Nicht jede Trauer ist ein Trauma

Wenn man das Wort „Trauma“ bei Google eingibt, erhält man die Mitteilung, dass ungefähr 203 Millionen Ergebnisse mit diesem Begriff gefunden wurden. Bei „Trauer“ sind es lediglich 35 Millionen Treffer. Anscheinend ist also Trauma viel weiter verbreitet als Trauer und wird auch viel öfter thematisiert und besprochen.

So wirkt es auch fast, wenn man diese beiden Begriffe auf die Situation nach einem Suizid überträgt. Außenstehende haben oftmals eher die Assoziation, dass die Betroffenen automatisch traumatisiert sind anhand des schwerwiegenden Verlusts eines nahestehenden Angehörigen. Doch ist dem wirklich so? Erleiden Suizidtrauernde immer ein Trauma?

Hier ist es wohl hilfreich, sich grundsätzlich mit dem Begriff Trauma auseinanderzusetzen und zu verstehen, was damit gemeint ist und was auch nicht. Ein inflationärer Gebrauch wird der komplexen Situation von Betroffenen nicht gerecht.

Die Autorin Sybille Jatzko hat dies bei der AGUS-Jahrestagung 2019 getan. Sie hielt dort den Fachvortrag zum Thema „Nicht jede Trauer ist ein Trauma.“ Frau Jatzko ist als Psychologin seit über 30 Jahren in der Begleitung und Therapie von Opfern und Hinterbliebenen tätig: angefangen bei der Flugzeugkatastrophe in Ramstein 1988 bis hin zur Amokfahrt in Trier im vergangenen Jahr.

Aus dem Vortrag ist diese Broschüre entstanden, die einen differenzierten Blick auf das so vielfach benutzte Wort Trauma werfen will – und dies im Besonderen in der Situation nach einem Suizid.



KKH Diese Broschüre wurde gefördert aus der Selbsthilfeförderung nach §20h SGB V durch die KKH Kaufmännische Krankenkasse. Herzlichen Dank für diese Unterstützung.