Vergebung nach einem Suizid

Die Gefühlswelt von Menschen, die einen nahestehenden Angehörigen durch Suizid verloren haben, ist vollkommen durcheinandergeraten: Schuldvorwürfe an die eigene Person wechseln sich ab mit Wut auf denjenigen oder diejenige, der bzw. die sich das Leben genommen hat. „Wieso habe ich das nicht erkannt?“ und „Wie konntest du uns das nur antun!“ sind wohl zwei Aussagen oder Gedanken, die diese Gefühlswelten ausdrücken.

Die, die zurückbleiben, fühlen sich oftmals zutiefst verletzt: die Partnerin/der Partner, die Mutter/der Vater, die Tochter/der Sohn, die Schwester/der Bruder. Sie sehen sich als Opfer einer Handlung, der sie hilflos gegenüberstanden. Wer denkt in solch einem Moment an Vergebung? Und doch scheint es gerade für den Trauerprozess nach einem Suizid wichtig, sich über die Beziehung zum Verstorbenen – auch über den Tod hinaus – Gedanken zu machen. „Welchen Platz soll sie bzw. er in meinem weiteren Leben haben?“

Der Münchner Psychologe Dr. Jens-Uwe Martens weiß aus eigenem Erleben, wie es sich anfühlt: er hat seine Patentochter durch Suizid verloren und stellte sich viele Fragen. Besonders drängend für ihn waren die Schuldgefühle: Warum hat er ihr nicht richtig zugehört? Er hätte doch auch so vieles aus seinem Studium wissen müssen. Wie es hier zu einer Vergebung mit sich selbst kommen kann und welche Bedeutung dies im Rahmen der Trauerarbeit auch bzgl. der Verbindung zur Verstorbenen bzw. zum Verstorbenen hat, ist Inhalt dieser Broschüre.



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