Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Suizid ihres Sohnes Christian schrieb Renate Salzbrenner 1994 das erste ihrer vielen Gedichte nieder: „Nichts ist mehr, wie es war.“ Ihr eigener Trauerprozess, das erkannte sie, äußerte sich in diesen Gedichten und ließ sich daran auch nachvollziehen: die Verzweiflung und die Suche nach der Annahme des Geschehenen und seiner Einordnung in das bisherige Leben. Die Gedichte in diesem Trauertagebuch sind daher auch in der chronologischen Reihenfolge abgedruckt, in der sie entstanden. Ihren Trauervorgang bezeichnet sie als „mühsamen, nicht geradlinigen Weg, der durch einen Irrgarten zwiespältiger Gefühle führt.“

Jeder Trauerweg ist individuell. Dieses Trauertagebuch baut auf Renate Salzbrenners Gedichten auf, doch dazwischen finden sich freie Seiten für das, was jedem Menschen in der eigenen Trauer wichtig ist. Hier ist Platz für gemalte Bilder, Fotos, Notizen, vielleicht auch die Traueranzeige oder eine besonders bewegende Trauerkarte, die die Hinterbliebenen erhalten haben.

Auf einigen Seiten gibt es Impulsfragen, die nicht nur für den Blick zurück sorgen, sondern auch für den versöhnlichen Blick in die Zukunft. Für die Aufarbeitung der eigenen Trauer finden sich in diesem Trauertagebuch vielfältige Möglichkeiten.